Montag, 24. August 2009

Onsen und andere Verrücktheiten

Ja, ja. Hm, der Titel ist vielleicht diesmal etwas schlecht gewählt, aber auf die schnelle fiel mir nichts besseres ein. Zumindest passt er ansatzweise zu den Erlebnissen der letzten Tage. Vielleicht ändere ich ihn nochmal (falls das geht).
Wie auch immer. Man kann eigentlich gar nicht so kurz zusammenfassen, was seit dem letzten Eintrag in diesen kleinen Blog alles so passiert ist, also werde ich mal nur die Wichtigsten Sachen erwähnen. Am Samstag war ich mit zweien meiner Gastgeschwister im Zenkoji-Tempel in Nagano. Zuerst mussten wir 8 (hohoho) Stationen mit dem Zug fahren, und dann schließlich noch ein Stück laufen, aber es hat sich definitiv gelohnt.
Der Zenkoji ist ein recht bekannter Tempel in Japan. Er besteht aus verschiedenen "Teilen", die über ein kleines Gebiet verstreut sind, so zum Beispiel das Haupthaus, das "Eingangstor" und diverse andere kleinere Nebengebäude, die auch noch zum Tempelkomplex gehören. Nahezu alles an diesen Gebäuden ist aus Holz und so, wie man sich typisch "japanische" Gebäude eben vorstellt. Auch von etwas anderem als nur der Architektur habe ich an diesem Tag etwas mitbekommen: Ein wenig von den Bräuchen der Japaner.
Es war ein buddhistischer Tempel, aber in Japan scheint es egal zu sein, ob man sich der Religion zugehörig fühlt oder nicht. So kann man auch als "Tourist" sich an einer Art metallernem Brunnen Rauch zufächeln, der einen schlauer machen soll, oder eine Holzfigur an bestimmten Stellen berühren, wenn man möchte, dass man dort gesund wird/bleibt. Auch "Vorhersagen" gibt es hier, je nachdem, welcher Blutgruppe man angehört (darauf stößt man in Japan viel öfter als in Deutschland), kleine Zettelchen, auf denen man seine Zukunft prophezeiht bekommt
(Wem die Hakenkreuze aufgefallen sind: Das hat nicht mit Nationalsozialismus zu tun. Dieses Symbol war lange vor der Nazi-Zeit in Asien sehr verbreitet und wurde bezeichnet als das Manji, ein Symbol aus dem Sanskrit, das Glück und Frieden verheißen sollte).
Nachdem wir uns (na gut, hauptsächlich ich mir) den Tempel angesehen hatten/hatte, aßen wir noch Soba, eine Art japanisches Ramen - das "richtige" Ramen ist ein ursprünglich chinesisches Gericht. Ich bin ziemlich froh, dass ich schon so gut mit Essstäbchen umgehen konnte, bevor ich hierher kam, aber mit Nudeln bin ich immer noch nicht ganz grün.

So, was gab es noch. Ah ja, genau: Wollen wir mal auf den Titel zurückkommen. In dem Haus meiner Gastfamilie gibt es keine Dusche/Bad. Nur bei den Großeltern, die gleich in der Nähe wohnen, kann man sich waschen, und zwar nur in den heißen Quellen. Ungewohnt! Man stellt es sich vielleicht nicht so vor, aber das Wasser ist echt verdammt heiß. Ich glaube, ich habe mir schon gefühlt mindestens drei mal die Füße vebrannt. Zum Glück gibt es wenigstens eine Möglichkeit, ein wenig kaltes Wasser in das Becken laufen zu lassen.
Sobald man sich aber daran gewöhnt hat, ist es echt angenehm. Vielleicht kommt ja irgendwann die Zeit, in der ich nicht mal mehr mit der Wimper zucke, wenn ich ins Becken steige...aber das wird wohl noch ein bisschen dauern.

Noch kurz etwas zum heutigen Tag. Mich hat es wieder nach Nagano verschlagen (der Weg ist jetzt nicht so abartig lang), in eine Studio Ghibli-Ausstellung, genauer gesagt eine Ausstellung von den Werken Oga Kazuos, des Hintergrund-Malers. Es war wirklich unglaublich, die "Original-Hintergründe" von Mein Nachbar Totoro, Spirited Away und Das wandelnde Schloss dort zu sehen! Da sieht man mal wieder, wie genial solche Leute eigentlich sind. Ein paar der Bilder wirkten fast real, wenn man sie nicht ganz aus der Nähe betrachtete.

(Auf dem Bild zu sehen: Hintergrund aus Spirited Away/Chihiros Reise ins Zauberland)

So, und das war es erst einmal auch wieder.
Es wird beim nächsten mal sicherlich wieder viel zu berichten geben. Eigentlich ist es sogar viel zu viel, ich kann gar nicht alles schreiben, was hier alles so vor sich geht. Aber vielleicht bekommt man hierdurch doch einen kleinen Einblick, wie es in Japan so ist.

Ich freue mich, wenn ihr auch den nächsten Eintrag lest!

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