Haha, damit hätte jetzt wohl niemand mehr gerechnet. Wie lange her ist der letzte Eintrag jetzt schon? Ziemlich genau zwei Monate. Ein neuer Rekord! Ich hoffe doch stark, dass ich durch mein Nicht-Präsentsein im Netz nicht irgendwelche Sorgen, Ängste oder gar Entzugserscheinungen unter meinen treu ergebenen Dien- ähm, *hust* Lesern hervorgerufen habe - die nebenbei auch komplett unbegründet gewesen wären. Wenn etwas dergleiches ungünstigerweise noch einmal passieren sollte, einfach immer positiv denken:
No news = good news.
So, aber natürlich schreibe ich hier diesen Eintrag nicht nur, um mich an der Länge meiner Abwesenheit zu ergötzen. Lange gab es jetzt schon keinen allgemeinen "Bericht" mehr, und so etwas ist ja sowieso schon mal wieder längst überfällig. Also, wo beginnt man da am besten...
Ach ja! Vielen, vielen, vielen Dank an alle, die mir in irgendeiner Weise zum Geburtstag gratuliert haben! Und auch sonst ein großes Dankeschön an die Verschicker aller möglichen Pakete. Ich glaube, die Prospekte über Sansoucci (schreibt man das so?) werde ich mal der Geschichtslehrerin zeigen...und dank der neuen High-Tech Zahnbürste (weil Zahnbürsten in Japan ja, wie man weiß, nicht zum Verkauf stehen *zu Mutti schiel*) kann ich nun Zähneputzen wie ein Superheld.
Nun aber zu den ganzen Sachen, die in der vergangenen Zeit so anstanden: Das Erste wäre da wohl die Kyoto-Tour, überhaupt die ganze Zeit, in der Daniel und Mutti mich hier in Japan besuchten. Insgesamt ist das eigentlich alles eine viel zu lange Geschichte und wäre ihren eigenen ellenlangen Blogeintrag wert (gewesen...); außerdem glaube ich kaum, dass die meisten, die das hier lesen, nicht sowieso schon reichlich davon erfahren haben, also hier einfach nur mal eine Zusammenfassung der Ereignisse.
Der rund zweiwöchige Aufhalt in Japan im März/April 2010 bot unter anderem: Alte Tempel; badende Affen (die hier im Blog schon einen Eintrag haben); exklusive Kostproben diverser japanischer Speisen; die Fahrt mit dem Narita-Express, der so schnell ist wie der Blitz (ein Insiderwitz) und dem Shinkansen; Übernachtung in einem japanischen Hotel, Kirschblüten-...Besichtigung (klingt in Deutsch doof, auf Japanisch einfach Hanami); Alte Tempel; heiße Quellen; eine zweitägige Rundtour durch Kyoto, Alte Tempel; einen viel zu kalten Frühling in Nagano; Alte Tempel; Kyudo und Brass Band; Skifahren in Hakuba; das Schloss in Matsumoto; ... hatte ich schon die alten Tempel erwähnt?
Ja, das war es so in etwa. Am schönsten - und/oder aber auch am stressigsten - war für mich jedoch Kyoto. Logisch, alles andere innerhalb von Nagano kannte ich ja schon nahezu bereits. Wir hatten wirklich die beste Zeit der Kirschblüte abgepasst, und es war am ersten Tag sogar noch recht angenehmes Wetter, zwar bewölkt, aber warm und nicht so klamm wie in Nagano (dieses Jahr ist der Frühling hier, nebenbei bemerkt, auch nicht "normal warm", obwohl es jetzt so langsam doch besser wird). Der Kiyomizu- und Ryoanji-Tempel waren einfach...ahh, wie soll ich es beschreiben...saikou! Reisegruppen zerren tatsächlich ziemlich an den Nerven, aber hätten wir die Tour nicht mitgemacht, hätten wir wohl in der kurzen Zeit nie so viele verschiedene Orte besuchen können - quasi alles, was man "gesehen haben muss" war ja mit drin einbegriffen, und man hat ja noch seine Fotos - ab und zu hab ich mich wie ein klischeehafter Japaner gefühlt, der alles mehr durch die Linse seiner Kamera betrachtet und ständig nur von Ort zu Ort wuselt.
An "neueren" Ereignissen gibt es auch noch einiges. Onbashira-Matsuri war vor rund zwei Wochen hier, eine Art Frühlingsfest, dass nur einmal alle sieben Jahre stattfindet (da hatte ich aber Glück) und größtenteils daraus besteht, dass man einen zuvor extra dafür gefällten Baum(stamm) durch die Stadt zieht, dabei komische japanische Lieder singt, die noch nicht mal Japaner vollständig verstehen, und ab und zu auch mal tanzt. Als ob das nicht schon genug wäre, trägt man dazu dann auch noch lustige Trachten.
Wie man auf dem Bild vielleicht schon erkennen konnte, waren unsere Sachen ziemlich dünn gehalten. Sprich unter dem Umhang, den man an mir bewundern kann, trug ich nur noch eine "Bandage", so ein Tuch, dass so mumienartig um den Oberkörper gewickelt wurde, und eine kurze Hose, die ungefähr bis zu der Mitte der Oberschenkel ging - sonst nichts. Und ja, es war ziemlich kalt. Na gut, am zweiten Tag ging es dann eigentlich (hab' mir sogar einen Sonnenbrand eingefangen), aber am Tag davor...brrrrr...reden wir lieber gar nicht erst drüber.
Noch ein bisschen zum Hintergrund dieses Festes: Der Baum, der zuvor irgendwo in den Bergen gefällt wird, wird, nachdem er zur Schau durch die Straßen gezogen wurde, zum "Bezirksschrein" gebracht und dort dann mithilfe eines Kranes aufgestellt (gefährlich, dieses Jahr ist irgendwo in Nagano jemand durch einen solchen, umfallenden Baum gestorben). Dieser Baum wird durch dieses Vorgehen ein Schutzgott.
So ungefähr sah der Tanz aus.

So, weiter geht's, wo waren wir, ähmm...stimmt ja! Wer das auf dem letzten Bild ist? Meine Gastschwester. Was? Achsoooooooo. Hab' ich ja noch gar nicht erzählt! Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Meine Gastfamilie hat sich so gegen Anfang April geändert. Nun ja, sie ist jetzt nicht so wirklich so...anders, die Gastmutter ist die Schwester von meinem vorherigen Gastvater, aber immerhin, ich wohne jetzt nicht mehr in "DER KIRCHE"! Diesmal auf der anderen Seite der Taisho-Bashi, in Togura. Rein logistisch gesehen ist dieser Wohnort viel optimaler (unmögliche Steigerung? Immer her damit) - der Weg zum Bahnhof, zur Schule und zum Kyudo sind jetzt viel kürzer! Noch ungefähr bis Anfang Juni werde ich hier bleiben, und danach kommen noch mal zwei Wechsel - einmal in eine Familie 5 Minuten mit dem Fahrrad von meiner Schule entfernt, und dann noch einmal zurück zu den Wakabayashis - für zwei Wochen oder so, irgendwie ein bisschen witzlos, aber naja, wen kümmerts!
Ansonsten...ja, ungefähr vor einer Woche ging es noch zum Chakai. Weiß natürlich wieder keiner, was das ist...
Nunja: In der Schule bin ich ja unter anderem auch im Teezeremonie-Club. Das Wort "Chakai" setzt sich zusammen aus "Cha" (Tee) + "Kai" (Zusammenkunft, Treffen), sozusagen eine Teeparty! Okay, vielleicht nicht ganz, aber so in der Art kann man sich das vorstellen. Es kommen eben Leute zusammen, die dann in so einem Tempel zusammen Tee trinken. Für uns war aber keine Entspannung angesagt: Wir waren die "Bedienung"!
Ansonsten...ja, ungefähr vor einer Woche ging es noch zum Chakai. Weiß natürlich wieder keiner, was das ist...
Nunja: In der Schule bin ich ja unter anderem auch im Teezeremonie-Club. Das Wort "Chakai" setzt sich zusammen aus "Cha" (Tee) + "Kai" (Zusammenkunft, Treffen), sozusagen eine Teeparty! Okay, vielleicht nicht ganz, aber so in der Art kann man sich das vorstellen. Es kommen eben Leute zusammen, die dann in so einem Tempel zusammen Tee trinken. Für uns war aber keine Entspannung angesagt: Wir waren die "Bedienung"!
Die Namen der ersten vier Leute (von links aus gesehen) kenne ich nicht wirklich, da sie von einer anderen Schule kamen - Nagano West, oder so was in der Art - ich weiß nur, dass die Lehrerin (ganz links) mal Englisch an meiner Schule unterrichtet hat. Ab der fünften Person aber: Miho; Mari; eine ominöse Person, die lieber anonym bleiben möchte; Hanaoka (?)-sensei; und Maruyama-senpai.
Der Tag war sehr schön, wie man auf dem Bild ja sehen kann. Da die Kirschblütenzeit auch in Nagano jetzt so langsam zuende geht (schade drum), fielen die Blütenblätter bei jedem Windstoß wie Schnee langsam zu Boden.
Wie auch immer, wie vorher schon gesagt: Die Leute, die man oben auf dem Bild sieht, waren natürlich nicht die einzigen Anwesenden. Es kamen ziemlich viele Leute, wirklich viele Leute, die unbedingt ihren grünen Tee haben wollten. Das Ganze ging von halb zehn frühs bis Nachmittags um drei.
Auch wenn wir selber natürlich nur die "Bediener" waren, die den Gästen in traditioneller Art und Weise ihre Heißgetränke zubereiteten & servierten, durften wir selber natürlich auch mal kosten. Die Süßigkeiten, die es dazu gab, waren lecker! Mochi, Anko, und und und.
So ungefähr sah das aus, wenn man den Tee brachte. Den Hakama (das Zeug, was ich da anhabe) hatte mir unsere Lehrerin geliehen.
Weils so schön war: Nochmal alle zusammen.
Der Tag war sehr schön, wie man auf dem Bild ja sehen kann. Da die Kirschblütenzeit auch in Nagano jetzt so langsam zuende geht (schade drum), fielen die Blütenblätter bei jedem Windstoß wie Schnee langsam zu Boden.
Wie auch immer, wie vorher schon gesagt: Die Leute, die man oben auf dem Bild sieht, waren natürlich nicht die einzigen Anwesenden. Es kamen ziemlich viele Leute, wirklich viele Leute, die unbedingt ihren grünen Tee haben wollten. Das Ganze ging von halb zehn frühs bis Nachmittags um drei.
Auch wenn wir selber natürlich nur die "Bediener" waren, die den Gästen in traditioneller Art und Weise ihre Heißgetränke zubereiteten & servierten, durften wir selber natürlich auch mal kosten. Die Süßigkeiten, die es dazu gab, waren lecker! Mochi, Anko, und und und.
So! Weiterhin...was ist so los in der Brass Band? Stücke, die zur Zeit so geprobt werden: Mission Impossible Thema, Laputa Medley, THUNDERBIRDS, und noch ein paar mehr...jaja...immer beschäftigt...
Bald ist in Japan "Golden Week"! Im Herbst gab es schon die "Silver Week". Solche besonderen Wochen sind Ketten von Feiertagen, die jeweils von einem oder zwei Brückentagen...überbrückt werden, zur Freude aller. Im Zuge dieser kleinen "Ferien" geht es dann für mich noch mal nach Tokyo, nach Yokohama, um genau zu sein! Endlich mal Zeit, sich die Hauptstadt etwas genauer anzusehen. Wir wollten sogar ins Ghibli-Museum! Ja...wollten...aber alle Karten sind schon ausverkauft...bitte entschuldigen sie mich, während ich still Tränen vergieße...
Aber ich hab es ja oben schon gesagt: Immer positiv denken! Es gibt ja noch ganz viele andere Sachen, unter anderem Akibahara, haha, ich wusste doch, dass es mich irgendwann nochmal dahin verschlagen würde.
Bald ist in Japan "Golden Week"! Im Herbst gab es schon die "Silver Week". Solche besonderen Wochen sind Ketten von Feiertagen, die jeweils von einem oder zwei Brückentagen...überbrückt werden, zur Freude aller. Im Zuge dieser kleinen "Ferien" geht es dann für mich noch mal nach Tokyo, nach Yokohama, um genau zu sein! Endlich mal Zeit, sich die Hauptstadt etwas genauer anzusehen. Wir wollten sogar ins Ghibli-Museum! Ja...wollten...aber alle Karten sind schon ausverkauft...bitte entschuldigen sie mich, während ich still Tränen vergieße...
Aber ich hab es ja oben schon gesagt: Immer positiv denken! Es gibt ja noch ganz viele andere Sachen, unter anderem Akibahara, haha, ich wusste doch, dass es mich irgendwann nochmal dahin verschlagen würde.
Und damit beende ich den heutigen Eintrag. Für das nächste mal werde ich mir aber gehörig einen Knoten ins Ohr machen, dass "Kanji für Dummies", Teil 2, nicht auch erst wieder so extrem spät hier eintrudelt!
Also dann, bis zum (früheren) nächsten Mal!
Also dann, bis zum (früheren) nächsten Mal!










