Ich wollte nur mal so als Randbemerkung reinstellen, dass ich soeben neue Bilder in dem Webalbum hochgeladen habe. Sie stammen von dem kleinen Trip vom letzten Wochenende, an dem ich zusammen mit dem Gastvater und Masahiko (kleiner Gastbruder) bei den berühmten "Snow Monkeys" im "Höllental-Park" war. Diese Affen sind deswegen in aller Munde, weil sie eben dort in den Bergen in der kalten Jahreszeit in den heißen Quellen baden!
Die "Closeup"-Photos sind im Übrigen nicht sonstwie rangezoomt oder nachher bearbeitet, man konnte wirklich so nah an die Affen ran. Die Tiere dort haben sich so sehr an die Menschen gewöhnt, dass man sie theoretisch hätte berühren können, was man aber nicht durfte. Ist ja auch besser so.
Irgendwie ungwohnt, so ein schnelles Update gab es glaub' ich seit dem August nicht mehr. Aber da wir in der Schule heute überraschenderweise wegen Influenza (Schweinegrippe und das ganze unerfreuliche Zeug) mal eben so 'ne Woche frei bekommen haben, kann man sich das ja auch mal erlauben. :3
Montag, 23. November 2009
Freitag, 20. November 2009
Die Reise in Okinawa
So! Es ist Zeit für ein neues Update!
Dreimal dürfen sie nun raten, worum sich dieser Eintrag drehen wird. Sie kommen nicht drauf? Um die Klassenfahrt nach Okinawa! Und es geht gleich los.
Die Leser, die noch nicht wissen sollten, wo sich dieses Eiland befindet, können sich im Übrigen HIER weiterbilden.
Okinawa ist die südlichste Präfektur Japans und gleichzeitig die einzigste subtropische Region, die ebenjenes Land zu bieten hat. Sie ist nach der Hauptinsel benannt. Okinawa war früher mal ein eigenes Königreich, wo es natürlich noch nicht Okinawa hieß, sondern den klangvollen Namen "Königreich der Ryukyus" trug, der viel mit Japan, China und anderen asiatischen, aber auch einigen westlichen Ländern handelte. Irgendwann und irgendwie konnte sich jedoch Japan diese Region zueigen machen und wurde seit der Meiji-Periode auf die "Präfektur Okinawa" getauft.
Okinawa ist ein beliebtes Reiseziel für Japaner, da es für sein beständig warmes Klima und seine Strände bekannt ist. Viele Japaner gehen dorthin in den Urlaub, worauf sich natürlich alles spezialisiert hat - Okinawa (zumindest aus meiner Ansicht) lebt zum Großteil von bloßem Tourismus.
Meine Reise mit der Klasse ging über 4 Tage, am Montag, dem 09.11.09 ging es los.
Der erste Tag war relativ hektisch und bestand weitestgehend aus der Hinreise. Zuallererst ging es in aller Frühe mit der Shinano-Linie von Chikuma nach Ueda, wo sich die Klasse versammeln würde. Nachdem sich alle eingetroffen hatten, nahmen wir den Shinkansen - geradewegs nach Tokyo. Die Fahrt an sich war gemütlich, es kam einem aber sehr kurz vor (der Shinkansen braucht nur rund eine Stunde von hier bis in die Hauptstadt).
In Tokyo angekommen, ging es gleich weiter, mit dem "Monorail" bis zum bisherigen nationalen Flughafen Haneda, der zurzeit aber auch in einen internationalen umgebaut wird. Auf dem folgenden Bild ist die Haltestation vom Monorail zu sehen, wo wir gerade warten. Das in der Mitte ist meine Homeroom-Lehrerin ("Klassenlehrerin).
(Anmerkung: Ja, wir mussten fast zu jeder Zeit diese komischen Masken tragen. Die Japaner machen hier eine extreme Panik wegen der jährlichen Grippe + Schweinegrippe. War ziemlich nervig.)
Nonstop wurde in Haneda weitergemacht. Die ganze zweite Klassenstufe (rund 300 Schüler) drängte sich durch den halben Flughafen, bekam ein paar Instruktionen, und schließlich wurde uns auch unser O-Bento (Lunchbox) fürs Flugzeug ausgegeben. Die großen Koffer hatten die Leute von der Schule alle schon vorher verschickt, deswegen dauerte es nicht so lange, bis wir dann endlich im Flugzeug saßen. Für viele aus meiner Klasse war das ihr erster Flug überhaupt!
Ich hatte übrigens Glück, auf dem Hinflug einen Fensterplatz zu haben (etwas bis dahin nie Dagewesenes). Während des Fluges hab ich aber nicht ein einziges Bild von den tollen Wolken gemacht, weil ich mir irgendwie nie sicher war, ob das nun erlaubt war oder nicht, in der Broschüre stand es ist erlaubt, das Instruktionsvideo sagte, es sei verboten. Naja, man muss ja auch nicht von allem Bilder haben.
Den Flughafen in Naha, der Hauptstadt von Okinawa, erreichten wir nach ca. 1 1/2 Stunden Flug. Sofort schlug einem hier schwüles, warmes Klima entgegen, woran man sich erstmal gewöhnen musste, denn in Nagano war und ist es jetzt zuweilen manchmal schon ziemlich kalt. Ohne auch nur auf die Toilette gehen zu können (!) wurden wir gleich weitergeschleust in sieben Busse, einen für jede Klasse, und fuhren zur Himeyuri-Gedenkstätte.
Wirklich. Wenn Japaner etwas gut können, dann ist es Zeitpläne möglichst stressig gestalten. Wir hatten (außer Abends in den Hotels) eigentlich kaum zwischendrin mal Zeit, entweder waren wir im Bus, also auf dem Weg von einer Sache zur anderen, oder wir haben uns irgendwas angeguckt. Es ist ja klar, dass man möglichst viel sehen will, aber wenn ich den "Timetable" mal mit unserer London-Fahrt in der Achten vergleiche, war alles wirklich extrem eng geplant.
Die Himeyuri-Gedenkstätte liegt nicht fern von Naha und ist ein Platz der Erinnerung an 222 Schülerinnen und 18 Lehrern von zwei Schulen in Okinawa, die im zweiten Weltkrieg während der "Schlacht von Okinawa" (einzigster Bodenkampf auf japanischem Territorium im pazifischen Krieg) die verwundeten Soldaten aufgrund mangelnder Alternativen in natürlich geformten Höhlen, sogenannten Gama, verartzteten. Schlussendlich, als Japan dabei war, die Schlacht zu verlieren, wurden sie kurzerhand von der Regierung "entlassen" und waren nun zwischen den Fronten eingeschlossen und ausgeliefert. Fast alle dieser Schülerinnen starben.
Wir besuchten die Gedenkstätte und direkt danach das dazugehörige "Himeyuri Friedensmuseum".

Nachdem wir dort gewesen waren, fuhren wir mit den Bussen zurück nach Naha, wo wir noch die Rede einer ehemaligen Schülerin aus dem "Himeyuri-Schüler-Korps" hörten. Verstanden habe ich leider nichts - alles auf Japanisch, versteht sich.
Danach teilten sich die Klassen auf, um an verschiedenen Orten Abendbrot zu essen. Klasse 6 (der ich angehöre) ging in eine Art Fischrestaurant, wo man Hummer sogar lebendig essen konnte. Aber wir bekamen "nur" Steak. War mir ehrlich gesagt auch lieber. Das tolle an der Sache war, dass alles auf dem Tisch, wo man saß, von den Köchen zubereitet wurde!
Letztendlich gingen wir nur noch in das "Hotel Nikko". Unsere Koffer waren schon da, und wir gingen recht früh schlafen, denn am nächsten morgen hieß es schon wieder um sechs frühs aufzustehen.
Der Vormittag des Dienstages war noch einmal dem Thema "Krieg in Okinawa" zugeordnet. Wir besuchten den Friedenspark und ein weiteres Museum ganz an der Südspitze von Okinawa, wo sich damals viele Zivilisten, die im Kampf eingeschlossen waren, von einer nahen Klippe gestürzt hatten. Im Park selbst waren überall schwarze Steinplatten aufgestellt, auf denen die Namen japanischer, amerikanischer und britischer Soldaten eingraviert waren, die im zweiten Weltkrieg gefallen waren. Noch heute kommt jedes Jahr ein Name dazu.


Danach ging es aber wieder ruckzuck weiter! Wieder alle in die Busse und los. Das nächste Ziel war Iejima, eine kleine Insel, und dafür galt es, einmal quer von Süden nach Norden über ganz Okinawa zu fahren. Sonderlich lange dauerte es jedoch nicht. Zwischendrin gab es einen kurzen halt an einem wohlbekannten Aussichtspunkt. War das Wetter noch ziemlich bewölkt gewesen, als wir am Vortag ankamen, klarte es nun zunehmend auf und es wurde ganz schön heiß. An diesem Punkt gab es wirklich einiges Schönes zu sehen, wie das hellblaue Wasser oder die bizarr geformten Klippen (eine sah wie ein Elefant aus, aber es ist nicht die auf dem unteren Bild^^).

Als wir an der Nordspitze waren, stand auch schon eine Fähre für uns bereit, die uns nach Iejima übersetzen sollte. Rund eine Stunde mussten wir noch warten, und die Überfahrt dauerte auch noch einmal rund eine halbe Stunde. Dann waren wir aber endlich angekommen und wurden von den Inselbewohnern begrüßt. Die hatten in letzter Zeit echt viel zu tun, denn viele Schulen machten zu der Zeit Ausflüge nach Okinawa. Viele Schüler kamen also nach Iejima, und oft viele (wie gesagt, wir waren ~300) und das, obwohl die ganze Insel gerade mal aus einem Dorf besteht.
Für einen Tag bekamen wir dann Gasteltern zugeteilt. Immer 5 oder 4 Leute mussten in eine Familie, eben weil es so wenig Einwohner gab. Das Resultat war dann, dass man eigentlich überall wo man hinging mindestens fünf andere Schüler aus unserer Schule sah.
Da es aber mittlerweile nun schon später Nachmittag/Abend war, fuhr uns unser Gastvater nur noch nach Hause, wo wir dann Barbecue aßen. Es gab Sashimi (roher Fisch), verschiedene grillbare Fleischsorten und Muscheln. Mit letzteren kann ich mich immer noch nicht anfreunden, auch wenn mir mein Gastvater hier in Chikuma die ganze Zeit einredet, wie toll Austern doch schmecken.

Der nächste Tag stand frühs zur freien Verfügung, bis man uns mit der Fähre wieder übersetzen würde. Der Gastvater hatte eigentlich vor, mit uns Tauchen & Fischen zu gehen, was aber aufgrund eines starken Winds und relativ hohen Wellen aber leider nicht machbar war. So sahen wir uns einige Stellen an der Küste genauer an, unter anderem Höhlen, die direkt ans Meer grenzten und größtenteils aus versteinerten Korallen bestanden. Dann fuhren wir einfach immer weiter wahllos über die Insel und sahen uns verschiedene Sachen an (so viel war es zugegebenermaßen nun auch nicht) und schließlich durften wir noch einmal im Meer baden.
Schließlich gingen wir dann jedoch wieder zur Fähre, verabschiedeten uns von unseren Gasteltern und es ging wieder Richtung "Festland" (falls man das so nennen kann, aber letztendlich sind ja auch Kontinente nichts anderes als riesige Inseln x_O).
Die vorletzte Station auf unserer Reise sollte nämlich das berühmte Chiraumi Aquarium in Norden Okinawas sein, dessen "Markenzeichen" und bestbekannter Fisch der Walhai ist, der größte Fisch auf der Welt, den es überhaupt gibt.
Die Fahrt dauerte nicht lange, und es ging wieder sofort weiter. Wir hatten nämlich eine ganze Stunde für das gesamte riesige Aquarium Zeit. Hatte ich schon erwähnt, dass ich das Gehetze ziemlich nervtötend fand? Nichtsdestotrotz war natürlich das, was ich sah, sehr interessant. Es gab verschiedene Abteilungen, in denen jeweils Fische anderer Gegenden zu sehen waren. Auch ein Tiefsee-Aquarium gab es, unter anderem mit Fischen, die ihre Augen als Laternen benutzen!
Ich spar mir jetzt einfach mal die Worte und stell ein paar Bilder rein:




Danach ging es wieder in ein Hotel, uns am nächsten Tag mussten wir schon wieder um sechs aufstehen (*ächz*)! Das sollte der letzte Tag, Donnerstag, sein, und weil das ja ansonsten alles verschwendete Zeit gewesen wäre, musste natürlich noch eine Sehenswürdigkeit so schnell und blitzartig wie möglich besichtigt werden. Die Wahl der Veranstalter war auf das "Shuri-jo" (Schloss von Shuri) gefallen. Insgesamt gibt es dazu nicht so viel zu sagen. Es war zur Zeit des Ryukyu-Königreiches der Sitz des Königs, der jedes Jahr neu vom chinesischen Kaiser ernannt wurde (oder so).
Insgesamt war dieser Teil der Reise wohl am hektischsten, man hatte wieder nur knapp eine Stunde für das gesamte Ding und drängelte sich eher in so einem Touristenstrom mit, als das ganze sich überhaupt wirklich anzugucken. Deswegen hab ichs gemacht wie der klischeehafte Japaner: Überall langrennen, nicht gucken, nur Photos (mit Ph) machen und wieder raus. Anders wäre es auch fast gar nicht gegangen.


Was danach noch kam, war dieselbe Prozedur wie beim Hinflug. Flughafen, ein bisschen warten, ab ins Flugzeug (diesmal ohne Fensterplatz für mich) und wieder zurück. Komischerweise nahmen wir bei der Rückfahrt keinen Shinkansen, sondern einmal mehr Busse, wodurch sie Ankunft in Chikuma auf den späten Abend verlegte und ich danach eigentlich nur noch erschöpft ins Bett fiel.
Fazit: Stressig, aber schön! Wäre der Zeitplan nicht so dermaßen eng gewesen, wäre es noch toller gewesen, aber man kann eben nicht alles haben. Die Fahrt war es aber auf jeden Fall wert, auch, um sich noch mehr in die Klasse einzufinden und sich mit den Leuten besser zu verstehen! Es war also im großen und ganzen eine lohnende Reise mit vielen Eindrücken, Erfahrungen und Photos (x_O).
Und das soll es fürs erste gewesen sein.
Bis zum näxten mal!
Dreimal dürfen sie nun raten, worum sich dieser Eintrag drehen wird. Sie kommen nicht drauf? Um die Klassenfahrt nach Okinawa! Und es geht gleich los.
Die Leser, die noch nicht wissen sollten, wo sich dieses Eiland befindet, können sich im Übrigen HIER weiterbilden.
Okinawa ist die südlichste Präfektur Japans und gleichzeitig die einzigste subtropische Region, die ebenjenes Land zu bieten hat. Sie ist nach der Hauptinsel benannt. Okinawa war früher mal ein eigenes Königreich, wo es natürlich noch nicht Okinawa hieß, sondern den klangvollen Namen "Königreich der Ryukyus" trug, der viel mit Japan, China und anderen asiatischen, aber auch einigen westlichen Ländern handelte. Irgendwann und irgendwie konnte sich jedoch Japan diese Region zueigen machen und wurde seit der Meiji-Periode auf die "Präfektur Okinawa" getauft.
Okinawa ist ein beliebtes Reiseziel für Japaner, da es für sein beständig warmes Klima und seine Strände bekannt ist. Viele Japaner gehen dorthin in den Urlaub, worauf sich natürlich alles spezialisiert hat - Okinawa (zumindest aus meiner Ansicht) lebt zum Großteil von bloßem Tourismus.
Meine Reise mit der Klasse ging über 4 Tage, am Montag, dem 09.11.09 ging es los.
Der erste Tag war relativ hektisch und bestand weitestgehend aus der Hinreise. Zuallererst ging es in aller Frühe mit der Shinano-Linie von Chikuma nach Ueda, wo sich die Klasse versammeln würde. Nachdem sich alle eingetroffen hatten, nahmen wir den Shinkansen - geradewegs nach Tokyo. Die Fahrt an sich war gemütlich, es kam einem aber sehr kurz vor (der Shinkansen braucht nur rund eine Stunde von hier bis in die Hauptstadt).
In Tokyo angekommen, ging es gleich weiter, mit dem "Monorail" bis zum bisherigen nationalen Flughafen Haneda, der zurzeit aber auch in einen internationalen umgebaut wird. Auf dem folgenden Bild ist die Haltestation vom Monorail zu sehen, wo wir gerade warten. Das in der Mitte ist meine Homeroom-Lehrerin ("Klassenlehrerin).
Ich hatte übrigens Glück, auf dem Hinflug einen Fensterplatz zu haben (etwas bis dahin nie Dagewesenes). Während des Fluges hab ich aber nicht ein einziges Bild von den tollen Wolken gemacht, weil ich mir irgendwie nie sicher war, ob das nun erlaubt war oder nicht, in der Broschüre stand es ist erlaubt, das Instruktionsvideo sagte, es sei verboten. Naja, man muss ja auch nicht von allem Bilder haben.
Den Flughafen in Naha, der Hauptstadt von Okinawa, erreichten wir nach ca. 1 1/2 Stunden Flug. Sofort schlug einem hier schwüles, warmes Klima entgegen, woran man sich erstmal gewöhnen musste, denn in Nagano war und ist es jetzt zuweilen manchmal schon ziemlich kalt. Ohne auch nur auf die Toilette gehen zu können (!) wurden wir gleich weitergeschleust in sieben Busse, einen für jede Klasse, und fuhren zur Himeyuri-Gedenkstätte.
Wirklich. Wenn Japaner etwas gut können, dann ist es Zeitpläne möglichst stressig gestalten. Wir hatten (außer Abends in den Hotels) eigentlich kaum zwischendrin mal Zeit, entweder waren wir im Bus, also auf dem Weg von einer Sache zur anderen, oder wir haben uns irgendwas angeguckt. Es ist ja klar, dass man möglichst viel sehen will, aber wenn ich den "Timetable" mal mit unserer London-Fahrt in der Achten vergleiche, war alles wirklich extrem eng geplant.
Die Himeyuri-Gedenkstätte liegt nicht fern von Naha und ist ein Platz der Erinnerung an 222 Schülerinnen und 18 Lehrern von zwei Schulen in Okinawa, die im zweiten Weltkrieg während der "Schlacht von Okinawa" (einzigster Bodenkampf auf japanischem Territorium im pazifischen Krieg) die verwundeten Soldaten aufgrund mangelnder Alternativen in natürlich geformten Höhlen, sogenannten Gama, verartzteten. Schlussendlich, als Japan dabei war, die Schlacht zu verlieren, wurden sie kurzerhand von der Regierung "entlassen" und waren nun zwischen den Fronten eingeschlossen und ausgeliefert. Fast alle dieser Schülerinnen starben.
Wir besuchten die Gedenkstätte und direkt danach das dazugehörige "Himeyuri Friedensmuseum".
Nachdem wir dort gewesen waren, fuhren wir mit den Bussen zurück nach Naha, wo wir noch die Rede einer ehemaligen Schülerin aus dem "Himeyuri-Schüler-Korps" hörten. Verstanden habe ich leider nichts - alles auf Japanisch, versteht sich.
Danach teilten sich die Klassen auf, um an verschiedenen Orten Abendbrot zu essen. Klasse 6 (der ich angehöre) ging in eine Art Fischrestaurant, wo man Hummer sogar lebendig essen konnte. Aber wir bekamen "nur" Steak. War mir ehrlich gesagt auch lieber. Das tolle an der Sache war, dass alles auf dem Tisch, wo man saß, von den Köchen zubereitet wurde!
Letztendlich gingen wir nur noch in das "Hotel Nikko". Unsere Koffer waren schon da, und wir gingen recht früh schlafen, denn am nächsten morgen hieß es schon wieder um sechs frühs aufzustehen.
Der Vormittag des Dienstages war noch einmal dem Thema "Krieg in Okinawa" zugeordnet. Wir besuchten den Friedenspark und ein weiteres Museum ganz an der Südspitze von Okinawa, wo sich damals viele Zivilisten, die im Kampf eingeschlossen waren, von einer nahen Klippe gestürzt hatten. Im Park selbst waren überall schwarze Steinplatten aufgestellt, auf denen die Namen japanischer, amerikanischer und britischer Soldaten eingraviert waren, die im zweiten Weltkrieg gefallen waren. Noch heute kommt jedes Jahr ein Name dazu.
Danach ging es aber wieder ruckzuck weiter! Wieder alle in die Busse und los. Das nächste Ziel war Iejima, eine kleine Insel, und dafür galt es, einmal quer von Süden nach Norden über ganz Okinawa zu fahren. Sonderlich lange dauerte es jedoch nicht. Zwischendrin gab es einen kurzen halt an einem wohlbekannten Aussichtspunkt. War das Wetter noch ziemlich bewölkt gewesen, als wir am Vortag ankamen, klarte es nun zunehmend auf und es wurde ganz schön heiß. An diesem Punkt gab es wirklich einiges Schönes zu sehen, wie das hellblaue Wasser oder die bizarr geformten Klippen (eine sah wie ein Elefant aus, aber es ist nicht die auf dem unteren Bild^^).
Als wir an der Nordspitze waren, stand auch schon eine Fähre für uns bereit, die uns nach Iejima übersetzen sollte. Rund eine Stunde mussten wir noch warten, und die Überfahrt dauerte auch noch einmal rund eine halbe Stunde. Dann waren wir aber endlich angekommen und wurden von den Inselbewohnern begrüßt. Die hatten in letzter Zeit echt viel zu tun, denn viele Schulen machten zu der Zeit Ausflüge nach Okinawa. Viele Schüler kamen also nach Iejima, und oft viele (wie gesagt, wir waren ~300) und das, obwohl die ganze Insel gerade mal aus einem Dorf besteht.
Für einen Tag bekamen wir dann Gasteltern zugeteilt. Immer 5 oder 4 Leute mussten in eine Familie, eben weil es so wenig Einwohner gab. Das Resultat war dann, dass man eigentlich überall wo man hinging mindestens fünf andere Schüler aus unserer Schule sah.
Da es aber mittlerweile nun schon später Nachmittag/Abend war, fuhr uns unser Gastvater nur noch nach Hause, wo wir dann Barbecue aßen. Es gab Sashimi (roher Fisch), verschiedene grillbare Fleischsorten und Muscheln. Mit letzteren kann ich mich immer noch nicht anfreunden, auch wenn mir mein Gastvater hier in Chikuma die ganze Zeit einredet, wie toll Austern doch schmecken.
Der nächste Tag stand frühs zur freien Verfügung, bis man uns mit der Fähre wieder übersetzen würde. Der Gastvater hatte eigentlich vor, mit uns Tauchen & Fischen zu gehen, was aber aufgrund eines starken Winds und relativ hohen Wellen aber leider nicht machbar war. So sahen wir uns einige Stellen an der Küste genauer an, unter anderem Höhlen, die direkt ans Meer grenzten und größtenteils aus versteinerten Korallen bestanden. Dann fuhren wir einfach immer weiter wahllos über die Insel und sahen uns verschiedene Sachen an (so viel war es zugegebenermaßen nun auch nicht) und schließlich durften wir noch einmal im Meer baden.
Schließlich gingen wir dann jedoch wieder zur Fähre, verabschiedeten uns von unseren Gasteltern und es ging wieder Richtung "Festland" (falls man das so nennen kann, aber letztendlich sind ja auch Kontinente nichts anderes als riesige Inseln x_O).
Die vorletzte Station auf unserer Reise sollte nämlich das berühmte Chiraumi Aquarium in Norden Okinawas sein, dessen "Markenzeichen" und bestbekannter Fisch der Walhai ist, der größte Fisch auf der Welt, den es überhaupt gibt.
Die Fahrt dauerte nicht lange, und es ging wieder sofort weiter. Wir hatten nämlich eine ganze Stunde für das gesamte riesige Aquarium Zeit. Hatte ich schon erwähnt, dass ich das Gehetze ziemlich nervtötend fand? Nichtsdestotrotz war natürlich das, was ich sah, sehr interessant. Es gab verschiedene Abteilungen, in denen jeweils Fische anderer Gegenden zu sehen waren. Auch ein Tiefsee-Aquarium gab es, unter anderem mit Fischen, die ihre Augen als Laternen benutzen!
Ich spar mir jetzt einfach mal die Worte und stell ein paar Bilder rein:
Danach ging es wieder in ein Hotel, uns am nächsten Tag mussten wir schon wieder um sechs aufstehen (*ächz*)! Das sollte der letzte Tag, Donnerstag, sein, und weil das ja ansonsten alles verschwendete Zeit gewesen wäre, musste natürlich noch eine Sehenswürdigkeit so schnell und blitzartig wie möglich besichtigt werden. Die Wahl der Veranstalter war auf das "Shuri-jo" (Schloss von Shuri) gefallen. Insgesamt gibt es dazu nicht so viel zu sagen. Es war zur Zeit des Ryukyu-Königreiches der Sitz des Königs, der jedes Jahr neu vom chinesischen Kaiser ernannt wurde (oder so).
Insgesamt war dieser Teil der Reise wohl am hektischsten, man hatte wieder nur knapp eine Stunde für das gesamte Ding und drängelte sich eher in so einem Touristenstrom mit, als das ganze sich überhaupt wirklich anzugucken. Deswegen hab ichs gemacht wie der klischeehafte Japaner: Überall langrennen, nicht gucken, nur Photos (mit Ph) machen und wieder raus. Anders wäre es auch fast gar nicht gegangen.
Was danach noch kam, war dieselbe Prozedur wie beim Hinflug. Flughafen, ein bisschen warten, ab ins Flugzeug (diesmal ohne Fensterplatz für mich) und wieder zurück. Komischerweise nahmen wir bei der Rückfahrt keinen Shinkansen, sondern einmal mehr Busse, wodurch sie Ankunft in Chikuma auf den späten Abend verlegte und ich danach eigentlich nur noch erschöpft ins Bett fiel.
Fazit: Stressig, aber schön! Wäre der Zeitplan nicht so dermaßen eng gewesen, wäre es noch toller gewesen, aber man kann eben nicht alles haben. Die Fahrt war es aber auf jeden Fall wert, auch, um sich noch mehr in die Klasse einzufinden und sich mit den Leuten besser zu verstehen! Es war also im großen und ganzen eine lohnende Reise mit vielen Eindrücken, Erfahrungen und Photos (x_O).
Und das soll es fürs erste gewesen sein.
Bis zum näxten mal!
Dienstag, 3. November 2009
Der Schulweg
Da der Autor dieses Blogs schon beim Titel sehr unkreativ war, ist es ihnen nun überlassen, sich an DIESER Stelle eine eigene, interressante und humorvolle Einleitung vorzustellen, die ihnen Lust bereitet, den gesamten folgenden Eintrag mit unglaublicher Aufmerksamkeit zu lesen.
So, wie der Titel bereits sagt, in diesem Eintrag geht es um den Schulweg. War eigentlich unnötig, das zu erwähnen, aber wie auch immer - wir beginnen schnurstracks und ohne weitere Verzögerung!

Der Start- und Endpunkt meines täglichen Weges ist natürlich das Haus meiner derzeitigen Gastfamilie (aka DIE KIRCHE). Das Foto hier ist die Frontseite. Ich nehme jetzt (von hier aus gesehen zumindest) den linken Abzweig. Ein kleiner "Konsum" ist gleich an der Straßenecke, und dann geht es auch schon auf die Hauptstraße der Kamiyamada-Onsen! Da fahr' ich erstmal eine Weile lang. Ist soweit ganz angenehm, da es einen Fahrrad/Fußgängerweg gibt. Lediglich die Einteilung der "Fahrstreifen" leuchtet mir nicht so ganz ein, einer ist total klein, zu klein für Fahrräder als auch für Fußgänger, und der andere zu groß, und es ist nervig, wenn man immer wieder auf die Trennlinie kommt.


Dann gehts erst mal beim Kamiyamada-Hotel (wo meine Gasteltern beide arbeiten, auf dem zweiten Bild links zu sehen) rechts rein. Es folgt ein Kreuz und quer aus recht kleinen, aber ruhigen Straßen, aber vielen Hotels, die alle relativ dicht beieinander stehen. Hier befindet sich dann auch das Gebäude, wo ich immer zu den örtlichen Rotary-Clubtreffen hingehe.
Im Endeffekt komme ich dann doch wieder auf die Hauptstraße und nähere mich dann der Taishô-Brücke, die über den Chikuma-Kawa führt.

Dazu muss im übrigen noch gesagt werden, dass heute ein wunderschöner Tag war. Man hätte ohne Probleme und Bearbeitung einen Werbespot für die Region drehen können. Die Berge hatten allesamt oben eine weiße Krone (wie in dem Bild oben zu sehen), es war sehr sonnig und der Wind scharf, aber in der Jacke keiner Rede wert. Ich hab bestimmt fünfzig Bilder oderso von dieser Szenerie gemacht, nur ist der Großteil davon dank Gegenlicht nüchts geworden. Tja, man kann ja nicht alles haben.
Wie auch immer, nachdem ich den Fluss überquert habe, komme ich zum "Togura Principal Office" (im Bild der dekorative weiße Klotz rechts im Hintergrund), um dort abermals nach links abzubiegen. Von da an wird die Strecke ein wenig öde, es geht dauernd nur geradeaus, eine ziemlich lange Zeit. An der Straßenseite trifft man überall die (jetzt leeren) kleinen Reisfelder an, und allgemein ist alles recht trostlos.

Nach einer gefühlten Ewigkeit beginnt mein Weg mich wieder in kleinere Straßen zu führen. Ab jetzt benutze ich nur noch zu kleineren Teilen die Hauptstraße und halte mich bei Abzweigen eigentlich fast immer rechts. Die Hälfte des Weges wird ungefähr von der Straßenkreuzung "Imojiya" (ein Name, der selbst für Japaner schwierig zu schreiben ist) markiert, wo vor kurzer Zeit ein netter Lebensmittelmarkt "Harashin" aus dem Boden gestampft wurde. Danach gehts links rum (ich glaube das letzte Mal) und weiter geradeaus.
Auf dem folgenden Bild ist Imojiya zu sehen.

Der nächste und eigentlich auch schon letzte signifikante Punkt ist der Yashiro-Bahnhof. Wenn ich mit dem Zug zur Schule fahre, muss ich an der Station danach aussteigen (Name: Yashirokôkô-mae, "Vor der Yashiro-Highschool").

So, und jetzt gibts eigentlich gar nicht mehr so viel zu sagen. Es geht noch einmal eine ganze Weile geradeaus, dann kommen noch die "gefährlichsten" Punkte, so zwei Stellen, an denen der Zug die Hauptstraße kreuzt und ich eben immer aus den kleinen Straßen nebendran rauskomme. Aber wirklich wild ist es jetzt nicht. Nach der zweiten Kreuzung kommen noch ein Torii-Tunnel (auf dem nächsten ersten Bild rechts) und eine Art Transformator-Elektro-Ding, keine Ahnung was genau, und dann ist man auch schon da!

(Entschuldigung übrigens für die komische Bildformatierung, aber in dem Blog ist das irgendwie ein bisschen schwierig zu machen...)
Im Durchschnitt dauert der ganze Spaß so rund 40 Minuten, wenn man nicht sonderlich aufgehalten wird. Im Moment fahre ich nahezu immer noch mit dem Fahrrad, aber es ist schon ziemlich kühl und ihr werden demnächst wohl öfters mal auf den Zug umsteigen (da muss ich allerdings dann früher aufstehen...)
Und das war es auch erstmal wieder! Im Oktober war ich ein bisschen faul, ich werd' mal sehen, ob ich diesen Monat ein kleines bisschen mehr posten kann. Aber zur Okinawa-Reise, die übrigens am nächsten Montag beginnt, wird es garantiert einen Eintrag geben...:)
So, wie der Titel bereits sagt, in diesem Eintrag geht es um den Schulweg. War eigentlich unnötig, das zu erwähnen, aber wie auch immer - wir beginnen schnurstracks und ohne weitere Verzögerung!
Der Start- und Endpunkt meines täglichen Weges ist natürlich das Haus meiner derzeitigen Gastfamilie (aka DIE KIRCHE). Das Foto hier ist die Frontseite. Ich nehme jetzt (von hier aus gesehen zumindest) den linken Abzweig. Ein kleiner "Konsum" ist gleich an der Straßenecke, und dann geht es auch schon auf die Hauptstraße der Kamiyamada-Onsen! Da fahr' ich erstmal eine Weile lang. Ist soweit ganz angenehm, da es einen Fahrrad/Fußgängerweg gibt. Lediglich die Einteilung der "Fahrstreifen" leuchtet mir nicht so ganz ein, einer ist total klein, zu klein für Fahrräder als auch für Fußgänger, und der andere zu groß, und es ist nervig, wenn man immer wieder auf die Trennlinie kommt.
Dann gehts erst mal beim Kamiyamada-Hotel (wo meine Gasteltern beide arbeiten, auf dem zweiten Bild links zu sehen) rechts rein. Es folgt ein Kreuz und quer aus recht kleinen, aber ruhigen Straßen, aber vielen Hotels, die alle relativ dicht beieinander stehen. Hier befindet sich dann auch das Gebäude, wo ich immer zu den örtlichen Rotary-Clubtreffen hingehe.
Im Endeffekt komme ich dann doch wieder auf die Hauptstraße und nähere mich dann der Taishô-Brücke, die über den Chikuma-Kawa führt.
Dazu muss im übrigen noch gesagt werden, dass heute ein wunderschöner Tag war. Man hätte ohne Probleme und Bearbeitung einen Werbespot für die Region drehen können. Die Berge hatten allesamt oben eine weiße Krone (wie in dem Bild oben zu sehen), es war sehr sonnig und der Wind scharf, aber in der Jacke keiner Rede wert. Ich hab bestimmt fünfzig Bilder oderso von dieser Szenerie gemacht, nur ist der Großteil davon dank Gegenlicht nüchts geworden. Tja, man kann ja nicht alles haben.
Wie auch immer, nachdem ich den Fluss überquert habe, komme ich zum "Togura Principal Office" (im Bild der dekorative weiße Klotz rechts im Hintergrund), um dort abermals nach links abzubiegen. Von da an wird die Strecke ein wenig öde, es geht dauernd nur geradeaus, eine ziemlich lange Zeit. An der Straßenseite trifft man überall die (jetzt leeren) kleinen Reisfelder an, und allgemein ist alles recht trostlos.
Nach einer gefühlten Ewigkeit beginnt mein Weg mich wieder in kleinere Straßen zu führen. Ab jetzt benutze ich nur noch zu kleineren Teilen die Hauptstraße und halte mich bei Abzweigen eigentlich fast immer rechts. Die Hälfte des Weges wird ungefähr von der Straßenkreuzung "Imojiya" (ein Name, der selbst für Japaner schwierig zu schreiben ist) markiert, wo vor kurzer Zeit ein netter Lebensmittelmarkt "Harashin" aus dem Boden gestampft wurde. Danach gehts links rum (ich glaube das letzte Mal) und weiter geradeaus.
Auf dem folgenden Bild ist Imojiya zu sehen.
Der nächste und eigentlich auch schon letzte signifikante Punkt ist der Yashiro-Bahnhof. Wenn ich mit dem Zug zur Schule fahre, muss ich an der Station danach aussteigen (Name: Yashirokôkô-mae, "Vor der Yashiro-Highschool").
So, und jetzt gibts eigentlich gar nicht mehr so viel zu sagen. Es geht noch einmal eine ganze Weile geradeaus, dann kommen noch die "gefährlichsten" Punkte, so zwei Stellen, an denen der Zug die Hauptstraße kreuzt und ich eben immer aus den kleinen Straßen nebendran rauskomme. Aber wirklich wild ist es jetzt nicht. Nach der zweiten Kreuzung kommen noch ein Torii-Tunnel (auf dem nächsten ersten Bild rechts) und eine Art Transformator-Elektro-Ding, keine Ahnung was genau, und dann ist man auch schon da!
Im Durchschnitt dauert der ganze Spaß so rund 40 Minuten, wenn man nicht sonderlich aufgehalten wird. Im Moment fahre ich nahezu immer noch mit dem Fahrrad, aber es ist schon ziemlich kühl und ihr werden demnächst wohl öfters mal auf den Zug umsteigen (da muss ich allerdings dann früher aufstehen...)
Und das war es auch erstmal wieder! Im Oktober war ich ein bisschen faul, ich werd' mal sehen, ob ich diesen Monat ein kleines bisschen mehr posten kann. Aber zur Okinawa-Reise, die übrigens am nächsten Montag beginnt, wird es garantiert einen Eintrag geben...:)
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