Seit 2 Wochen gehe ich jetzt in Japan schon in die Schule und in 9 Tagen bin ich exakt einen Monat in Japan. Hört sich lang an, für mich fühlt das aber eher mehr wie eine oder zwei Wochen an...
Zunächst einmal etwas zur Schule. Ich hab mich jetzt schon recht gut dran gewöhnt und auch den Schulalltag einigermaßen gemeistert. Wo ich wann hinzugehen habe, welche Bücher ich brauche etc. ist fast schon alles klar (nur bei Englisch bin ich immer noch verwirrt, die haben da tausend Bücher, von denen nur zwei überhaupt genutzt werden...). Der Schulweg gehört mittlerweile zur Routine.
Die Einwahl in einen der Schul-Clubs ist immer noch nicht gefallen (das sind einfach sowas wie AGs an deutschen Schulen, nur, dass sie jeden Tag stattfinden und stärkeren Zulauf haben. Sie gehören eben zur Schule dazu und nahezu alle Schüler gehören irgendeinem Club an). Im Moment tendiere ich aber eher zum Brass Band Club, da der Kyudo-Club (japanisches Bogenschießen) sehr überlaufen ist. Meine Gastmutter erkundigt sich, ob ich das möglicherweise "nebenbei" einmal die Woche machen kann, aber der Schulclub ist wirklich nicht so das Wahre (es können nämlich immer nur 5 Leute auf einmal schießen, und bis man da drankommt, dauert das schon ein bisschen).
Dem Brass-Band-Club hab' ich unter anderem auch einen Besuch abgestattet. Hier ein Bild mit allen "Klarinettenspielern" und mir (ich wie immer unfotogen, aber was solls):

Außerdem noch mal ein paar Bilder zu der Schule, damit man sich so vorstellen kann, wie das alles hier aussieht:
Das ist das "3. Gebäude" (mit dem Haupteingang) von vorne.
Hier sieht man einen Teil das Schulhofs und das "2. Gebäude" (in dem sich mein Klassenraum/Homeroom befindet)
Das ist mein Fahrradabstellplatz. Es kommen ziemlich viele mit dem Rad, deswegen gibt es 3 (?) solcher Abstellplätze, einer ist sogar zweistöckig (auf dem nächsten Bild rechts zu sehen).
Rechts der eine Abstellplatz und links ein Gebäude, in dem die Schuhschließfächer sind (man zieht spezielle Schuhe an, bevor man die Schule betritt).Aber natürlich geht nicht nur immer alles rosig zu. Ein paar Tage liegt mein erster Konflikt mit meinem Gastvater/dem örtlichen Rotary Club zurück. Es ging dabei um die Frage, die sich schon gestellt hatte, bevor ich überhaupt nach Japan flog: Ob ich denn alle Stunden besuchen muss (also auch die, von denen ich keinen Deut verstehe). Auf diese Frage also, auf die Frage >>"Kann ich bestimmte Fächer "abwählen" und in der Zwischenzeit Japanisch lernen?"<< gab es zahlreiche Antworten, die anscheinend je nach Lust und Laune mal gewechselt wurden á la: Nein, Ja, Nein, Vielleicht, Unter der Bedingung, dass du uns Kekse bäckst, Ja, Vielleicht, Nein.
Bei letzterer ist es dann schlussendlich aber auch geblieben. Ich finde das irgendwie sehr fragwürdig (zumal ich die Japanischlernstunden wirklich sinnvoll hätte nutzen können), aber nachdem ich nach dem einen Tag, an dem ich den "Abwählplan" mal ausgetestet hatte, meinem Gastvater gegenübersaß, der obskure Argumentationsketten am Start hatte und total aus dem Häuschen war, hatte ich quasi schon verloren. Ich versuchte, ihm was entgegenzusetzen, aber auf einmal war das Besuchen aller Unterrichtsstunden eine unumstößliche Rotaryregel (ein Totschlagargument) und ich musste die weiße Fahne schwenken.
Wie schon gesagt, ich war überhaupt nicht seiner Meinung, aber bevor ich mir irgendwelchen größeren Ärger mit dem Rotary-Club hier aufhalse, langweile ich mir lieber in Stunden wie Erdwissenschaften oder japanische Geschichte 'nen Ast ab. Diese Fächer sind zwar durchaus interessant (vor allem japanische Geschichte), aber ich verstehe eben herzlich wenig und tue kaum mehr, als Löcher in die Luft zu starren und für mich unverständliche Zeichen auf Papier zu kopieren.
Also muss ich sehen, wie ich das mit dem Lernen anders auf die Reihe bekomme. Der Gastvater war ja so unendlich gütig und hat gesagt, ich könne in den Stunden, die ich nicht verstehe, Japanisch lernen - prima. Um das richtig zu lernen, muss man schon laut sprechen, und ich kann ja schlecht die ganze Zeit dem Lehrer dazwischenreden; außerdem werde ich dauernd abgelenkt (ich habs zwar noch nicht probiert, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das so gute Früchte tragen würde).
Bei letzterer ist es dann schlussendlich aber auch geblieben. Ich finde das irgendwie sehr fragwürdig (zumal ich die Japanischlernstunden wirklich sinnvoll hätte nutzen können), aber nachdem ich nach dem einen Tag, an dem ich den "Abwählplan" mal ausgetestet hatte, meinem Gastvater gegenübersaß, der obskure Argumentationsketten am Start hatte und total aus dem Häuschen war, hatte ich quasi schon verloren. Ich versuchte, ihm was entgegenzusetzen, aber auf einmal war das Besuchen aller Unterrichtsstunden eine unumstößliche Rotaryregel (ein Totschlagargument) und ich musste die weiße Fahne schwenken.
Wie schon gesagt, ich war überhaupt nicht seiner Meinung, aber bevor ich mir irgendwelchen größeren Ärger mit dem Rotary-Club hier aufhalse, langweile ich mir lieber in Stunden wie Erdwissenschaften oder japanische Geschichte 'nen Ast ab. Diese Fächer sind zwar durchaus interessant (vor allem japanische Geschichte), aber ich verstehe eben herzlich wenig und tue kaum mehr, als Löcher in die Luft zu starren und für mich unverständliche Zeichen auf Papier zu kopieren.
Also muss ich sehen, wie ich das mit dem Lernen anders auf die Reihe bekomme. Der Gastvater war ja so unendlich gütig und hat gesagt, ich könne in den Stunden, die ich nicht verstehe, Japanisch lernen - prima. Um das richtig zu lernen, muss man schon laut sprechen, und ich kann ja schlecht die ganze Zeit dem Lehrer dazwischenreden; außerdem werde ich dauernd abgelenkt (ich habs zwar noch nicht probiert, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das so gute Früchte tragen würde).
Das zu den aktuellen Problemen. Ansonsten gehts mir aber super. Letztes Wochende war ich mit Masahiko (dem jüngeren Gastbruder) und Toshiki (dem Gastvater) am Flussufer vom Chikuma River (Chikuma-Kawa). Dabei waren auch die beiden Pferde Hangetsu ("Halbmond") und Haruka (Bedeutung gerade vergessen, aber irgendwas mit Frühling), die ja auch ab und zu etwas Auslauf brauchen. Was mich in den nächsten Tagen erwartet, weiß ich aber noch nicht.
Zum Schluss eine Botschaft an alle:
Falls euch jemals ein Japaner oder eine Japanerin "Tamago-Kakegohan" anbieten sollte - LEHNT AB. Auf Nachfrage wird er/sie euch vielleicht erzählen, dass dies etwas Essbares sei, aber damit liegt er garantiert falsch, denn bei "Tamago-Kakegohan" handelt es sich um Reis mit einem oder mehreren reingemanschten rohen Eiern. Das Ganze schmeckt fast so lecker wie Ohrenschmalz-Popel-Torte.
Also lasst die Finger davon.
Wollt' ich bloß mal gesagt haben.
danke für den Tipp, werden diesen Reis meiden. Schön, daß Du alles gut meisterst, auch wenn nicht alles so läuft, wie man es sich vorstellt. Ok, die nächsten Tage werden wir also keine Fragen stellen zur Geschichte Japans, aber dann nach Deiner Rückkehr ;-)) Hast Du was von den Wahlen mitbekommen? Wie stehen Deine Eltern zu dem Ergebnis? Was sehen sie für Probleme? Hast Du inzwischen ein Lieblingsessen und was ist es? Darfst Du in der Küche über die Schulter schauen, oder sogar den Kochlöffel schwingen? Hier für Dich:Butterkekse: 1 kg Mehl, 500 g Butter ,500 g Puderzucker, 4 Eier, 1 Vanilleschote (ausgekratzt)oder V-Zucker, abgeriebene Schale von 0,5 Zitronen, 1 Ei zum bestreichen, -alles gut durchkneten, dann ca. 0,5h im Kühlschrank zittern lassen, ausrollen, goldgelb backen bei 200 °C - mit Zuckerguß verzieren- und fertig ist die Basis für das Japanischlernen außerhalb des Geschichtsunterrichts ;-))) Liebe Grüße von Deiner Fröhlichbande
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